Wüstung Töpfersdorf

Die Kirchenruine Töpfersdorf befindet sich entlang des neu konzipierten Rundwanderweges und ist ein Höhepunkt, eine Perle am Weg! Individuell organisierte Führungen zur Kirchenruine und Waldgottesdienste werden bereits seit Jahrzehnten durchgeführt, zahlreiche Wandervereine und Schulklassen nutzen die Kirchenruine als Lernort regionaler Geschichte. Neue Infotafeln mit didaktisch – pädagogisch für Kinder aufbereiteten Informationen sollen künftig neues Interesse an Heimatgeschichte wecken.

 

Der Eigentümer ist nicht in der Lage, eine fachgerechte Instandhaltung zu leisten oder gar restauratorische Ausführungen von Bauarbeiten zu begleiten. Daher sieht der Verein sich in der Pflicht, die dringenden Arbeiten in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und den Landesforsten zu beauftragen. Der Arbeitskreis und Verein ist bestrebt, die maroden Kirchmauern für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Bauform und Baustil der als Ruine erhaltenen Kirche sprechen für deren Errichtung nach der Mitte des 15. Jhd. Das Langhaus bildete mit 9,56 m Länge und 9,13 m Breite fast ein Quadrat, an das sich das Chordreieck mit 6,50 m Länge und 8,47 m Breite anschloss. Den Chor schließen drei Polygonseiten von ungleicher, zwischen 3,55 und 4,00 m betragener Länge an. An der nördlichen Chorwand war ein quadratischer Turm angefügt. Durch eine 1,35 m breite Tür gelangte man vermutlich in eine unter dem erhöhten Chor befindliche Gruft. Die Mauern sind 1 m stark, an den Ecken aus Sandsteinquadern gefügt, sonst Füllmauerwerk. Die spitzbogigen Fenster waren mit feinem Maßwerk geschmückt (vgl. Recherchen von Hansfrieder Ahnert 2015).

 

Mit einer Instandsetzung der maroden Mauern ab 2018 hofft der Verein, dass der Ort Töpfersdorf mit seiner Kirchruine ein Pilgerort der Rast und Besinnung bleibt. Der Besitzer dieser Waldflur bzw. das Ehrenamt könnten niemals dieses Vorhaben allein bewältigen. Deshalb hofft der Verein sehr auf die künftige Unterstützung des Freistaates, auf Hilfe von Stiftern und Spendern und geschichtlich Interessierter im Saaletal! Wir würden uns freuen, wenn das Bodendenkmal als Lernort unserer regionalen Geschichte bei der eigenen Bevölkerung mehr Wertschätzung und Bedeutung erlangt. "Lernen am anderen Ort" sollte stärker noch etabliert werden.


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